Wie vermeide ich eine hohe Radonkonzentration in einem noch zu errichtenden Gebäude?
Wenn Sie ein Gebäude neu errichten wollen, ist es sinnvoll, sich zuvor über die Radonkonzentration in der Bodenluft zu informieren. Man geht davon aus, dass die Radonkonzentration in der Raumluft der Kellerräume im Durchschnitt etwa ein bis zwei Tausendstel der Konzentration in der Bodenluft beträgt. Dies hängt jedoch im Einzelfall entscheidend von der baulichen Ausführung des Kellers ab. Bei einem Neubau lassen sich Maßnahmen zum Schutz gegen Radon verhältnismäßig preiswert umsetzen. Eine nachträgliche Sanierung würde in jedem Fall teuerer und weniger wirksam werden.Für einen Neubau empfehlen sich auch bei niedrigen Radonkonzentrationen in der Bodenluft die folgenden einfachen vorbeugenden Maßnahmen:
- Die Bodenplatte sollte aus konstruktiv bewehrtem Beton mit einer Mindeststärke von 15 cm bestehen. Diese Forderung ist bei den meisten Neubauten schon heute Stand der Technik.
- Die Kellerwände sollten mit einer fachgerechten Bauwerksabdichtung nach DIN 18 195-4 gegen angreifende Bodenfeuchte geschützt werden. Das Dichtmaterial sollte radondicht sein und so elastisch, dass es auch kleine entstehende Risse überbrücken kann. Auch dies entspricht heute dem Stand der Technik.
- Durchdringungen der erdberührten Kellerwände durch Leitungen oder Rohre sind sorgfältig und dauerhaft gegen Radon abzudichten.
- Wenn die Kellerwände außen mit einem nicht bindigem Material wie Kies oder Splitt hinterfüllt werden, kann das Radon schon dort an die Oberfläche treten und dringt nicht in den Keller ein. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Oberfläche dieser Drainage nicht versiegelt wird.
Besondere vorbeugende Maßnahmen, die bei einer nachgewiesenen Bodenluftkonzentration von über 100 000 Bq/m³ ins Auge gefasst werden sollten, sind:
- Einbau einer radondichten Folie unter der Bodenplatte. Die Dichtheit dieser Folie muss gesondert nachgewiesen sein.
- In besonderen Fällen der Einbau einer Drainage unterhalb der Bodenplatte, die an eine künstliche Ventilation angeschlossen wird.
Diese Maßnahmen sollten in jedem Fall nur mit fachmännischer Unterstützung durchgeführt werden.
In der folgenden Abbildung sind die wichtigsten einfachen Vermeidungsmaßnahmen zusammengefasst.
Abbildung 14: Einfache Vermeidungsmaßnahmen bei einem Neubau:
- Äußere Abdichtung der Kellerwand
- Abdichtung der Rohr- und Leitungsdurchführungen
- mit Eisenmatten bewehrte Betonplatte
- Drainage mit luftdurchlässigem Material