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Wie wahrscheinlich ist eine Erkrankung durch Radon?

Die Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung durch Radon hängt von mehreren Faktoren ab:

  1. Je höher die Konzentration des Radons in der eingeatmeten Luft ist, desto stärker ist die schädliche Wirkung auf das Lungengewebe. Verdoppelt sich die Konzentration des Radons, so verdoppelt sich auch die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung durch Radon. Es gibt möglicherweise keine Grenze für die Radonkonzentration, unterhalb der Radon nicht mehr gesundheitsschädlich wirken könnte.
  2. Je länger man sich in der radonhaltigen Luft aufhält, desto mehr Radon-Folgeprodukte werden in den Bronchien abgelagert. Auch hier führt eine Verdopplung der Aufenthaltsdauer zu einer verdoppelten Erkrankungswahrscheinlichkeit durch Radon.
  3. Den weitaus größten Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit einer durch Radon verursachten Lungenkrebserkrankung hat das Rauchverhalten. Das Risiko einer Erkrankung durch Radon ist bei einem Raucher etwa 25 Mal höher als bei einem Nichtraucher. Die Wirkung des Rauchens und des Radons verstärken sich in besonderem Maße gegenseitig.

Aus den drei Faktoren Radonkonzentration, Aufenthaltsdauer und Rauchen lassen sich die folgenden wichtigen Konsequenzen für die Verminderung des Gesundheitsrisikos ziehen:

  1. Je geringer die Radonkonzentration ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung. Allerdings sind der Reduzierung der Radonkonzentration natürliche Grenzen gesetzt, denn schon die Luft im Freien hat eine Radonkonzentration von 8 bis 30 Bq/m³.
  2. Die Radonkonzentration sollte besonders in den Räumen reduziert werden, in denen man sich häufig aufhält. Dazu gehören das Schlafzimmer und das Wohnzimmer. Die Konzentrationen im Keller oder in Lagerräumen sind hingegen in der Regel von nachgeordneter Bedeutung.
  3. Hören Sie mit dem Rauchen auf! Ein Raucher hat in einer Wohnung mit einer niedrigen Radonkonzentration von 100 Bq/m³ etwa das gleiche Lungenkrebsrisiko wie ein Nichtraucher bei einer sehr hohen Konzentration von mehreren 1000 Bq/m³!

Die folgende Tabelle zeigt das Risiko einer Erkrankung an Lungenkrebs für verschiedene Radonkonzentrationen

Tabelle 1: Risiko einer Erkrankung an Lungenkrebs für verschiedene Radonkonzentrationen

Radonkonzentration (Bq/m³) Erkrankungen je 1000 Nichtraucher Erkrankungen je 1000 Raucher
0 4,1 101
100 4,7 116
200 5,4 130
400  6,7 160
800 9,3  216

Man sieht, dass auch ohne die Risikofaktoren Radon und Rauchen eine natürliche Wahrscheinlichkeit von 0,41 Prozent besteht, an Lungenkrebs zu erkranken. Bei einer Radonkonzentration von 800 Bq/m³ ist das Risiko für Raucher und Nichtraucher jeweils etwa doppelt so hoch wie in einer radonarmen Atmosphäre. Man schätzt, dass in Deutschland jährlich etwa 1900 Menschen durch die Wirkung des Radons an Lungenkrebs erkranken. Die weitaus meisten dieser Menschen würden nicht erkranken, wenn sie nicht gleichzeitig rauchen würden. Die Folgen eines Lungenkrebses sind gravierend, in den allermeisten Fällen verläuft diese Erkrankung tödlich.

Das Risiko durch Radon lässt sich besser bewerten, wenn man es mit anderen Lebens-Risiken vergleicht. Die folgende Abbildung nimmt einen entsprechenden Vergleich vor.

Abbildung 1

Abbildung 1: Vergleich verschiedener Risiken als Ursache von Todesfällen  für das Jahr 2001. Die Gesamtzahl der Todesfälle betrug in diesem Jahr 820 541 Fälle. Das Risiko für eine tödliche Erkrankung durch Radon ist für Raucher und Nichtraucher getrennt aufgeführt.

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