Welche Radonkonzentrationen wurden in Rheinland-Pfalz in der Bodenluft gemessen?
In Rheinland-Pfalz wurde im Jahr 2008 eine Radonprognose-Karte erstellt. Diese Karte erfasst derzeit die untersuchten Gebiete des Oberrheingrabens, der Pfalz, des Saar-Nahe-Berglandes, des Ost-Hunsrücks und Teile der Osteifel. Die Karte enthält drei Radonpotenzial-Klassen, die Anhaltspunkte über die Höhe des wahrscheinlichen großflächigen Radonpotenzials aufzeigen. Kleinräumig, also am konkreten Bauplatz, können davon allerdings aufgrund der oben genannten geologischen Einflussgrößen deutliche Abweichungen bei den Radonwerten auftreten.In Gebieten tektonischer Störungen, in denen das Gestein oft stark und tiefreichend geklüftet ist, kann das Radonpotenzial um den Faktor 10 höher liegen als in ungestörten Gesteinsabfolgen. Diese Karte ist also nicht so kleinräumig erstellt, dass für einen konkreten Bauplatz eine ausreichend zuverlässige Prognose erhalten werden kann.
- Weite Gebiete des Ost-Hunsrücks fallen in die Klasse des niedrigsten Radonpotenzials. Allerdings ist entlang der großen Störungszonen (breit angelegte Risszonen) und in der tektonisch stärker zerstückelten nördlichen Moselmulde auch mit erhöhten und hohen Radonpotenzialen zu rechnen.
- Im Raum Trier-Bitburg ist aufgrund der dort intensiven Bruchtektonik und der im Untergrund anstehenden Gesteine von der Möglichkeit lokal erhöhter und hoher Radonpotenziale auszugehen.
- In der Osteifel gibt es bisher keine Hinweise auf hohe Radonpotenziale.
- In der Südwest-Pfalz sind weitgehend sehr niedrige Radonpotenziale zu erwarten. Punktuell können aber hohe Radonpotenziale möglich sein, sind dann aber auf den Bereich der Gesteine des Oberen Buntsandstein und des Unteren Muschelkalk beschränkt.
- Der Oberrheingraben ist verfüllt mit Ablagerungen der sich im Laufe der Jahrtausende weitflächig verlagernden Rheinarme. Fast überall an der Oberfläche vorkommende oder unter Rheinsanden verdeckte, organische reiche Auensedimente können erhöhte Radonpotenziale liefern. Vor allem im Randbereich des Oberrheingrabens können zusätzlich tiefreichende Störungen linear das Radonpotenzial erhöhen.
- Im Saar-Nahe-Bergland zwischen Kusel, Kaiserslautern, Birkenfeld und Bad Kreuznach ist aufgrund zahlreicher bekannter starker Radonquellen (vulkanische Aschenlagen, Kohlenflöze, bituminöse Tonsteine) großflächig mit erhöhtem Radonpotenzial und stellenweise mit einem hohen Radonpotenzial zu rechnen.
- Ähnliche Gesteine wie im Saar-Nahe-Bergland sind auch in der Wittlicher Senke zu finden.
Abbildung 4: Radonprognose-Karte Rheinland-Pfalz, Stand Mai 2010. Die Einheit kBqm-3 bedeutet 1000 Becquerel Radon pro Kubikmeter Bodenluft. Für die nicht markierten Gebiete lagen zum Zeitpunkt der Kartenerstellung keine Hinweise auf ein hohes Radonpotenzial vor.

