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Landschaftsaufnahme
Startseite  >  Aufgaben  >  Naturschutz  >  Arten- und Biotopschutz  >  Naturschutzgroßprojekte  >  Impulsgeber für den Naturschutz

Naturschutzgroßprojekte bieten Impulse für den Naturschutz

Naturschutzgroßprojekte stellen eine wertvolle Ergänzung der Palette von Naturschutzstrategien in Rheinland-Pfalz dar.

Durch die Größe ihrer Projekträume und das Volumen der jeweiligen finanziellen Förderung gelingt es, auf großer Fläche Ziele der Naturschutzverwaltung erfolgreich in die Prozesse der Landschaftsentwicklung zu integrieren. Hierbei setzen wir naturschutzfachliche Impulse.

Steillagen prägen das Landschaftsbild des Mittelrheindurchbruchs (Bild U. Jäger, LUWG)


Landschaft im Wandel

Die Auswirkungen zunehmend globalisierter Märkte und andere gesellschaftliche Entwicklungen führen zu geänderten Rahmenbedingungen für die Landnutzung. Betriebsabläufe werden unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten optimiert, die Bewirtschaftung von ertragsarmen Flächen geht zurück und die traditionell durchgeführte Pflege der Landschaft wird zu einem Kostenfaktor, der hinterfragt wird. Dies hat natürlich Folgen für unsere Kulturlandschaft und den Umgang mit ihr. Auf der einen Seite geraten empfindliche bzw. von extensiver Nutzung abhängige Arten und Lebensgemeinschaften in Gebieten mit ungünstigen Standortbedingungen für die Landwirtschaft unter Druck. Auf der anderen Seite wird die Landnutzung in Gebieten mit günstigen Produktionsbedingungen intensiviert, was dort zu wachsendem Druck für die verbliebenen natürlichen und naturnahen Landschaftselemente führt.

Optionen anbieten

In Naturschutzgroßprojekten werden erforderliche Naturschutzmaßnahmen, wo immer dies möglich ist, in nachhaltige Lösungen der Landnutzung eingebunden. Hierfür sucht der Naturschutz Partner. Während der Projektlaufzeit werden gemeinsam Wege entwickelt, die langfristig mit möglichst wenig externen Mitteln erfolgreich sind. Mit Hilfe von Fördermitteln können notwendige Angebote für Initialmaßnahmen unterstützt und Kooperationen weiterentwickelt werden. Besonders Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben des Bundes liefern hierzu eine ganze Palette von Methoden und zeigen deren jeweiliges Einsatzspektrum auf. Diese Erkenntnisse können dann über die Projektlaufzeit hinaus und auch in anderen Regionen flexibel angewendet werden, je nach Aufgabenstellung und Rahmenbedingungen. Hinzu kommt, dass in derartigen Projekten auf dem aktuellen Stand der Technik gearbeitet werden kann. Dies trägt dazu bei, modellhafte Innovationen für den "Normalfall" übertragbar zu gestalten.

Hütehaltung von Ziegen erhält am Mittelrhein attraktive Landschaftsbilder (Bild M. Unfricht)Entwicklungen der Zukunft mitgestalten

Ganz besonders gilt dies für aktuelle Perspektiven bei der Offenhaltung, gerade die Erhaltung der Wiesen und Weiden unserer Mittelgebirgslandschaften. Daher werden neuartige Methoden demonstriert und zur Verfügung gestellt, wie z. B. das kontrollierte Brennen oder die halbwilde Weidehaltung am Mittelrhein, aber auch Erkenntnisse der bundesweiten oder europäischen wissenschaftlichen Diskussion in die verschiedenen Projektkonzeptionen eingebracht. Mit Blick auf die langfristige Sicherung der biologischen Vielfalt steuert der Naturschutz fachliche Ziele bei, die eine Möglichkeit der Landschaftsentwicklung darstellen. Die flächendeckende Planung Vernetzter Biotopsysteme stellt hierzu in Rheinland-Pfalz transparent Ziele vor. Sie werden Teil eines bundesweiten Biotopverbunds.

Wenn sich die Prognosen zum Landschaftswandel der nächsten Jahrzehnte bestätigen, stehen jedoch Veränderungen in sehr großen Teilen unserer Landschaften bevor. Hierzu bedarf es angemessener Konzepte. So stehen aktuell "halboffene Weidelandschaften" oder die "neue Wildnis" als Vorschläge für die Landschaft der Zukunft in der fachlichen Diskussion.

"Neue Wildnis"

Zunehmend werden "Wildnisflächen" als ein kleiner, aber berechtigter Teil unserer Kulturlandschaft verstanden. Gemeint sind damit "unbewirtschaftete" Gebiete. So zum Beispiel die Kernzonen des Naturparks Pfälzerwald, des deutschen Teils des grenzüberschreitenden Biosphärenreservates Pfälzerwald Nordvogesen. Geeignete Wälder, besonders naturnahe Wälder, werden hierbei der natürlichen Entwicklung überlassen. Die Lebensgemeinschaften können dabei wachsen und reifen, aber auch zerfallen und neu entstehen. Aber auch die Wiederentwicklung von Fluss- und Bachauen ist ein Schritt zur Entwicklung einer "neuen Wildnis".

"Neue Kulturlandschaft" und "Halboffene Weidelandschaften"

Außerhalb des Waldes entwickeln sich auf Flächen, die bis vor kurzem noch landwirtschaftlich genutzt waren, nach einer Aufgabe der konventionellen Bewirtschaftung Brachen. Aufkommende Gehölze verändern die Gestalt der Landschaft. Für derartige Flächen werden neuartige Konzepte erarbeitet. Zum Beispiel die Umsetzung "halboffener Weidelandschaften". In ihnen spielen große Weidegänger, wie Pferde oder Rinder, eine wichtige Rolle. Durch sie entwickeln sich die beweideten Flächen sehr abwechslungsreich, zum Beispiel mit einem großen Anteil an Gehölzen und nassen oder mageren Standorten.

Denkanstöße hierzu sind "nutzungsorientierte Konzepte" zur Erhaltung der Kulturlandschaft oder eine "halbwilde Weidehaltung". In diesen Systemen werden die ursprünglichen Faktoren der Landschaftsgestaltung ersetzt oder erhalten. Geschieht dies auf großen Flächen, finden gefährdete Arten Lebensräume in Landschaftsteilen, die sich sehr dynamisch verändern.

Ihr Ansprechpartner: Ulrich Jäger

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