Was bedeutet die Einstufung in eine Radonpotenzial-Klasse für ein Neubaugebiet?
Das Maß für die Radonkonzentration in der Bodenluft (Luft im Porenraum des Bodens) bzw. des Radonpotenzials wird in Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³) oder in Kilobecquerel pro Kubikmeter (kBq/m³) angegeben.- Niedriges Radonpotenzial: bis 40 000 Bq/m³ in der Bodenluft
Bei normaler Bauweise sind keine besonderen Vorsorgemaßnahmen nötig, wenn ausgeschlossen werden kann, dass eine geologische Störung unter dem Baugebiet vorliegt. Eine orientierende Radonmessung in der Bodenluft des Bauplatzes oder Baugebietes durch die Bauplaner kann hierbei als Nachweis dafür dienen, dass das Thema Radon bei der Bauleitplanung entsprechend berücksichtigt wurde. - Erhöhtes Radonpotenzial: 40 000 bis100 000 Bq/m³ in der Bodenluft
Eine Radonmessung in der Bodenluft des Bauplatzes oder Baugebietes ist empfehlenswert. Die Ergebnisse sollten Grundlage für die Bauplaner und Bauherren sein, sich ggf. für bauliche Vorsorgemaßnahmen zu entscheiden. - Hohes Radonpotenzial: über 100 000 Bq/m³ in der Bodenluft
Radonmessungen in der Bodenluft werden dringend empfohlen. Werden hierbei tatsächlich Werte über 100 000 Bq/m³ festgestellt wird angeraten, bauliche Vorsorgemaßnahmen zu treffen, um den Eintritt des Radons ins Gebäude weitgehend zu verhindern.
Radonpotenzial in der Region Trier
Für den Bereich der Region Trier wurden im Wesentlichen die folgenden Gebietsklassen mit einem möglicherweise erhöhten oder hohen Radonpotenzial ermittelt:
- Erhöhtes Radonpotenzial mit lokal hohen Werten in und über einzelnen Gesteinshorizonten (Bereich der Wittlicher Senke)
- Lokal hohes Radonpotenzial in Gebieten mit intensiver Bruchtektonik, in denen im Untergrund Gesteine mit horizontgebundem erhöhtem und hohem Radonpotential anstehen (Raum Saarburg – Trier – Bitburg)
- Lokal hohes Radonpotenzial, zumeist eng an tektonische Kluftzonen gebunden (z.B. Raum Osburger Hochwald)
Der Begriff „lokal“ bedeutet hierbei, dass ein erhöhtes bis hohes Radonpotenzial meist eng an geologisch-tektonische Einheiten gebunden ist. Solche Bereiche besitzen deshalb eine sehr begrenzte Ausdehnung. Für die übrigen Gebiete im Bereich der Planungsgemeinschaft Trier lagen zum Zeitpunkt der Kartenerstellung keine Hinweise auf ein hohes Radonpotenzial vor.
Abbildung 5: Radonprognose-Karte für die Region Trier, Stand März 2009. Die Einheit kBqm-3 bedeutet 1000 Becquerel pro Kubikmeter Bodenluft.
Radonpotenzial in der Westpfalz
Für den Bereich der Region Westpfalz wurden im Wesentlichen die folgenden Gebietsklassen mit einem möglicherweise erhöhten oder hohen Radonpotenzial ermittelt (vgl. Abbildung 6):
- Erhöhtes Radonpotenzial mit lokal hohen Werten in und über einzelnen Gesteinshorizonten.
- Lokal hohes Radonpotenzial, zumeist eng an tektonische Kluftzonen gebunden.
Abbildung 6: Radonprognose-Karte für die Region Westpfalz, Stand Juni 2009. Die Einheit kBqm-3 bedeutet 1000 Becquerel pro Kubikmeter Bodenluft.
Radonpotenzial in der Region Rheinhessen-Nahe
Für den Bereich der Region Rheinhessen-Nahe wurden im Wesentlichen die folgenden Gebietsklassen mit einem möglicherweise erhöhten oder hohen Radonpotenzial ermittelt (vgl. Abbildung 7):
- Erhöhtes Radonpotenzial mit lokal hohen Werten in und über einzelnen Gesteinshorizonten.
- Lokal hohes Radonpotenzial, zumeist eng an tektonische Kluftzonen gebunden.
Abbildung 7: Radonprognose-Karte für die Region Rheinhessen-Nahe, Stand Juni 2009. Die Einheit kBqm-3 bedeutet 1000 Becquerel pro Kubikmeter Bodenluft.
Radonpotenzial in der Region Mittelrhein-Westerwald
Für den Bereich der Planungsgemeinschaft Mittelrhein-Westerwald liegen bisher nur für den Osthunsrück Radonmessungen vor (siehe Abb. 1). Es wurden im Wesentlichen die folgenden Gebietsklassen mit einem möglicherweise erhöhten oder hohen Radonpotenzial ermittelt (vgl. Abbildung 8):
- Lokal hohes Radonpotenzial, zumeist eng an tektonische Kluftzonen gebunden.
Abbildung 8: Radonprognose-Karte für die Region Mittelrhein-Westerwald, Stand Juni 2009. Die Einheit kBqm-3 bedeutet 1000 Becquerel pro Kubikmeter Bodenluft.
Radonpotenzial in der Region Rhein-Pfalz
Für den Bereich der Region Rheinpfalz wurden im Wesentlichen die folgenden Gebietsklassen mit einem möglicherweise erhöhten oder hohen Radonpotenzial ermittelt (vgl. Abbildung 9):
- Erhöhtes Radonpotenzial mit lokal hohen Werten in und über einzelnen Gesteinshorizonten.
- Lokal hohes Radonpotenzial, zumeist eng an tektonische Kluftzonen gebunden.
Abbildung 9: Radonprognose-Karte für die Region Rheinpfalz, Stand Juni 2009. Die Einheit kBqm-3 bedeutet 1000 Becquerel pro Kubikmeter Bodenluft.

