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Welche Radonkonzentrationen wurden in Rheinland-Pfalz in Gebäuden gemessen?

In den Jahren 2002/2003 wurden auf Initiative des Ministeriums für Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz (MUFV) und des Bundesamtes für Strahlenschutz bei einer Messkampagne in den Landkreisen Bitburg-Prüm und Trier-Saarburg die Radonkonzentrationen in ca. 770 Wohnhäusern gemessen (vgl. Abschlussbericht).

Dabei traten in den Aufenthaltsräumen von 56 Häusern Konzentrationen über 200 Bq/m³ auf. Die Wohnungsbesitzer wurden in diesen Fällen auf wirksame Gegenmaßnahmen wie regelmäßiges Lüften hingewiesen. Die folgende Abbildung zeigt die prozentuale Verteilung der Radonkonzentration in den gemessenen Häusern der Landkreise Bitburg-Prüm und Trier-Saarburg.

Abb. 10

Abbildung 10: Verteilung der Radonkonzentration in Häusern der Landkreise Bitburg-Prüm und Trier-Saarburg. Es wurde nur die Radonkonzentration in Aufenthaltsräumen berücksichtigt.

Die höchste gemessene Radonkonzentration in einem - im Keller gelegenen - Aufenthaltsraum betrug 1055 Bq/m³. Die mittlere Radonkonzentration der untersuchten Räume lag bei 50 Bq/m³, dies entspricht etwa dem Durchschnitt in Deutschland.

Im Landkreis Bitburg-Prüm wurde zusätzlich der Einfluss des Gebäudealters auf die Radonkonzentration in den Häusern untersucht. Dabei zeigte sich, dass bei den Baujahren vor 1960 in etwa 17 % der Gebäude eine Radonkonzentration über 200 Bq/m³ gemessen wurde. Bei den Baujahren 1960 bis 1980 lagen hingegen nur 1,5 % über 200 Bq/m³. Ab dem Baujahr 1980 betrug dieser Anteil nur noch 1 %. Bei älteren Häusern wurden die Keller oft schlecht gegen Bodenfeuchte abgedichtet, manche Keller wurden mit Naturstein gemauert oder besitzen nur einen gestampften Lehmboden.

Bei diesen älteren Gebäuden kann Radon leichter eindringen und zu einer erhöhten Konzentration in der Raumluft führen.

Im Jahr 2005 ließ das MUFV weitere Messungen in 459 Wohnhäusern der Landkreise Kusel, Cochem-Zell, Mayen-Koblenz und dem Westerwaldkreis durchführen (vgl. Abschlussbericht). Hierbei wurden in 34% der Aufenthaltsräume Radonkonzentrationen über 100 Bq/m³ gemessen. In 12% der Fälle lag die Konzentration über 200 Bq/m³, bei 3,7% über 400 Bq/m³ und bei 0,7% über 1000 Bq/m³.

Die beschriebenen Messungen wurden in ausgewählten Gebieten mit einer hohen Radonkonzentration in der Bodenluft durchgeführt. In den restlichen Gebieten von Rheinland-Pfalz ist die Radonkonzentration in der Bodenluft mit Werten zwischen 20 000 und 100 000 Bq/m³ niedriger. Es ist daher zu erwarten, dass dort die Radonkonzentration in der Raumluft der Häuser ebenfalls niedriger ist.

Abbildung 11: Übersicht über die Messkampagnen zu Radon in der Raumluft in Rheinland-Pfalz

Abbildung 11: Übersicht über die Messkampagnen zu Radon in der Raumluft in Rheinland-Pfalz

Die Abschlussberichte der Radonmessungen stehen hier als Download zur Verfügung:

  • Abschlussbericht über die Radonmessungen in den Landkreisen Bitburg-Prüm und Trier-Saaburg aus dem Jahr 2003 (2,79 MB, 47 Seiten)
  • Abschlussbericht über die Radonmessungen in den Landkreisen Cochem-Zell, Kusel, Mayen-Koblenz und Westerwaldkreis aus dem Jahr 2005 (11,6 MByte, 66 Seiten - Achtung: lange Ladezeiten)

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