Wie wirkt Radon auf den Menschen?
Beim radioaktiven Zerfall des Radons in der Atmosphäre entstehen wiederum andere radioaktive Stoffe (Nuklide). Diese so genannten Radon-Folgeprodukte haben nicht mehr die chemischen Eigenschaften des Edelgases Radon, sondern die von Schwermetallen. Die Radon-Folgeprodukte lagern sich in der Atmosphäre an feinste Teilchen (Aerosole) an, die über einen langen Zeitraum in der Luft in der Schwebe gehalten werden.Radon und seine Folgeprodukte sind Teil der natürlichen Strahlenbelastung, die seit jeher auf den Menschen einwirkt. Radioaktive Stoffe wie Radon senden ionisierende Strahlen aus, die die Zellen eines lebenden Organismus schädigen können. Beim Atmen werden die luftgetragenen Aerosole mit den anhaftenden Radon-Folgeprodukten hauptsächlich in den Bronchien der Lunge abgelagert. Die radioaktiven Radon-Folgeprodukte zerfallen dort in der direkten Nähe der Zellen und schädigen dadurch das empfindliche Lungengewebe.
Es existiert eine gewisse Wahrscheinlichkeit, mit der Radon Lungenkrebs auslösen kann. Mit Wahrscheinlichkeiten können jedoch nur statistische Aussagen über eine größere Gruppe von Menschen gemacht werden. Für den Einzelnen, der einem krebserregenden Stoff ausgesetzt war, kann niemand vorhersagen, ob er auch tatsächlich an Krebs erkranken wird. Auch über den möglichen Zeitpunkt einer Erkrankung können keine konkreten Vorhersagen getroffen werden. Bei Lungenkrebs lässt sich auch nicht unterscheiden, ob Radon oder eine andere Ursache diese Erkrankung ausgelöst hat.
Für Radon wurden keine anderen Erkrankungen oder gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Unwohlsein oder Schlaflosigkeit nachgewiesen. Radon schädigt bei den Konzentrationen, die in Häusern auftreten, das Erbgut nicht.

