Wie senke ich die Radonkonzentration in einem bereits bestehenden Gebäude?
Einfache Maßnahmen ab einer Radonkonzentration von mehr als 200 Bq/m³ in Aufenthaltsräumen sind:- Die einfachste und oft sehr wirksame Methode stellt regelmäßiges Lüften der Aufenthaltsräume dar. Stoßlüftungen vergeuden keine Energie und sind auch im Hinblick auf ein gesundes Raumklima zu empfehlen.
- Verbessern Sie die Lüftung der Kellerräume. Da Radon meist durch den Keller in die oberen Stockwerke eindringt, führt eine Senkung der Radonkonzentration im Keller auch zu einer niedrigeren Konzentration in den oberen Stockwerken.
- Das Abdichten von Rissen, Fugen und Rohrdurchführungen im Keller (Bodenplatte und Wände, die Kontakt mit dem Erdreich haben) mit einer Dichtmasse verhindert das Eindringen von Radon aus dem Erdreich. Auch durch kleine Spalte, die beispielsweise um einen Bodensiphon liegen, können erhebliche Mengen Radon in den Keller gelangen.
- Das Abdichten des Ausbreitungswegs vom Keller in die Wohnräume senkt die Radonkonzentration in den Wohnräumen. Eine dicht schließende Kellertür kann hier Abhilfe schaffen. Hier haben sich auch Rauchschutztüren nach DIN 18095 bewährt. Achten Sie aber auch auf mögliche Ausbreitungswege durch Installationsschächte und Kamine.
Besondere Maßnahmen ab einer Radonkonzentration von mehr als 1000 Bq/m³ in Aufenthaltsräumen sind:
- Das Versiegeln von durchlässigen Naturkellerböden mit Beton erschwert das Eindringen des Radons. Hier sollte vor allem auf einen guten Anschluss des Betonbodens an die Kellerwände geachtet werden.
- Mit einem Ventilator kann im Kelleraum ein kleiner Überdruck gegenüber der Außenluft erzeugt werden. Durch diesen Überdruck kann das Eindringen des Radons aus dem Erdreich in den Keller vermieden werden.
- Bei einer anderen Methode wird unter dem Keller ein Brunnen gebohrt, aus dem mit einem Ventilator die Luft abgesaugt und direkt ins Freie abgeführt wird. Dadurch wird das Radonpotenzial unter dem Keller verringert und die Radonkonzentration in der Kellerluft gesenkt.
Diese besonderen Sanierungsmaßnahmen sollte man am besten einem Fachmann überlassen. Nach der Umsetzung von technischen Maßnahmen sollte deren Wirksamkeit in jedem Fall durch eine weitere Messung der Radonkonzentration überprüft werden.
Weiterführende Informationen zum Thema Sanierung können Sie dem Radon-Handbuch des Bundesamts für Strahlenschutz entnehmen. Die folgende Abbildung zeigt die wichtigsten einfachen Sanierungsmaßnahmen.
Abbildung 13: Einfache Sanierungsmaßnahmen an einem bestehenden Gebäude:
- Einbau einer Abschlusstür zum Keller oder offenen Treppenhaus, um die Luftverbindung zum Keller zu unterbinden
- Abdichten von Fugen im Kellerboden
- Abdichten von Rohrdurchführungen im Keller
- Abdichten von Rissen im Kellerboden und in der Kellerwand
- Lüften des Kellers
- Stoßlüftung der Aufenthaltsräume

