RUSt
Rheinwasser-Untersuchungsstation Mainz-WiesbadenIm Dezember 1973 unterzeichneten die für Umweltschutz zuständigen Minister der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen eine Verwaltungsvereinbarung zum Bau einer Gewässer-Untersuchungsstation.
Die Station wurde am linken Rheinufer bei km 498,5 am Fuß der Theodor-Heuß-Brücke erbaut. So war es möglich, an allen 4 Brückenpfeilern Wasser-Entnahmevorrichtungen einzubauen. Am 13. August 1976 wurde die Station eingeweiht. Sie gehört damit zu den ältesten Gewässer-Untersuchungsstationen des Landes. Betreiber ist das Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht, die Kosten werden gemeinsam mit Hessen getragen.
Seither werden kontinuierlich Messungen zur Charakterisierung der Wasserqualität durchgeführt, wie die Wassertemperatur oder der Sauerstoffgehalt, aber auch Proben für aufwändigere Untersuchungen im Labor gewonnen. Die RUSt ist datenliefernde Stelle für das Internationale Rheinmessprogramm Chemie.
Der langjährige Betrieb der Station (über 30 Jahre) erlaubt es, die Fortschritte bei den Bemühungen zur Verbesserung der chemischen Wasserqualität des Rheins in Trendreihen darzustellen. Als erstes Beispiel seien die Verbesserung des Sauerstoffgehaltes aufgrund der Verminderung des Schadstoffeintrags genannt.
In den folgenden Darstellungen sind die Leitungen 1 bis 3 (linke Rheinseite bis zur mittleren rechten Seite) zu einer Einheit (rote Balken) zusammengefasst. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass ca. 2000 Meter flussaufwärts der Rheinwasser-Untersuchungsstation der Main in den Rhein mündet.
Das Wasser von Main und Rhein mischt sich nicht sofort. Es bildet sich eine Grenzschicht mit parallel verlaufenden Wassermassen, den sogenannten Fahnen. Eine erste stärkere Vermischung der Fahnen geschieht erst später hinter dem „Inselrhein“ beim Durchfließen des Binger Lochs. Die Grenze zwischen den Fahnen in der Nähe der RUSt verläuft zwischen Messwasserpumpe 3 und 4. Der Verlauf der Grenzschicht ist nicht konstant, sondern er richtet sich nach dem Abflussverhältnis Main zu Rhein.
Die blauen Balken in den Graphiken repräsentieren das Wasser der Leitung 4. Diese Werte unterscheiden sich im Normalfall eindeutig von denen der Leitungen 1 bis 3. Der arithmetische Mittelwert über alle vier Leitungen wird durch die grünen Balken dargestellt.
Deutlich wird die Verbesserung der Rheinwasserqualität bei der Abnahme von Schadstoffkonzentrationen bestimmter Stoffe wie AOX, Gesamtphosphat-Phosphor, Ammonium-Stickstoff und Chlorid. In direktem Zusammenhang mit der Senkung der Chloridkonzentration steht der Rückgang der elektrischen Leitfähigkeit als Maß für den Salzgehalt des Wassers.
Aus den Tagesmittelwerten der Wassertemperaturen der Jahre ab 1978 ist erkennbar, dass eine Tendenz zu höheren Werten besteht. Die Trendlinie beginnt im Jahr 1978 bei etwa 13,5 °C und endet 2009 bei ca. 15,0 °C.
Die unterschiedlichen jährlichen Wassermengen des Rheins seit 1992 mit den Hochwasserereignissen in den Jahren 1994 und 1995 sowie 1998 und 1999 zeigt die folgende Graphik. Seit 2003 wurde in keinem Jahr ein Jahresdurchschnittabfluss von mehr als 1800 m³/s mehr gemessen. Die Daten zur Wassermenge werden dem Landesamt freundlicherweise von den Kollegen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes zur Verfügung gestellt.
Neben der messtechnischen Überwachungsaufgabe war von Anfang an das Ziel der Station, dem interessierten Bürger Informationen über die Rheinwasserqualität direkt zugänglich zu machen. Dazu dient in erster Linie das "Schaufenster" der Station an der Rheinpromenade.
Seit 2001 ist neben dem Aquarium, in dem Rheinfische im Rheinwasser schwimmen, ein Präsentationsbildschirm zu sehen, der dem Bürger auf "Tastendruck" vier verschiedene Präsentationen zum Aufbau der Station, Messergebnissen und allgemeine Informationen zum Flussgebiet Rhein anbietet.
Durch die gemeinsamen Bemühungen aller Rheinanlieger ist es gelungen, die Wasserqualität des Rheins wieder in einen so guten Zustand zu versetzen, dass er nicht nur dem Menschen für vielfältige Nutzungen dienen kann, sondern auch Lebensraum für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt ist.
Trotz der erheblichen Verbesserung der Wasserqualität bestehen Bedenken hinsichtlich des Schwimmens im Rhein. Die RUSt hat rechtzeitig zu Beginn der Badesaison ein
Informationsblatt erstellt, das über die Risiken des Badens in Flüssen aufklärt.
Seit Ende Mai 2009 kann die am Mainzer Rheinufer gelegene Rheinwasseruntersuchungsstation (RUSt) mit ihrem eigenen Internetauftritt (http://www.rheinwasseruntersuchungsstation.de/) aufwarten. Daneben finden Sie weitere Informationen im
Infoflyer.
Messdaten können unter
www.geoportal-wasser.rlp.de (neues Fenster) in der Rubrik "Chemisch-physikalische Untersuchung" mit Hilfe der "Karte der Untersuchungsstationen" aufgerufen werden.
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