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Landschaftsaufnahme
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Nachhaltigkeitsindikatoren Umwelt

Instrument zur Kommunikation und politischen Steuerung (?Management der nachhaltigen Entwicklung?)

Indikatoren im Umweltschutz - auf internationaler, nationaler und Länderebene - sind ein noch relativ neues und derzeit in der politischen Diskussion zunehmend aktuelleres Instrument zur Kommunikation und politischen Steuerung ("Management der nachhaltigen Entwicklung").

Den Umweltressorts bietet sich mit der Entwicklung von Indikatoren, deren Zweck die Reduktion komplexer Sachverhalte ist (vgl. z.B. DAX oder Dow Jones), die Chance, ihre Ziele besser zu kommunizieren und deren politische Relevanz zu vergrößern. Während dies in der Vergangenheit insbesondere in den Bereichen Wasser, Luft und Klima vergleichsweise gut gelungen ist, sind solche Indikatoren im Naturschutz - nicht zuletzt wegen der hoch komplexen ökologischen Zusammenhänge - kaum vorhanden.

Grundsätzlich werden Indikatoren nach den Themenbereichen Ökonomie, Ökologie und Soziales untergliedert. Dabei wird unterschieden zwischen Antriebsindikatoren ("driving force"; "pressure"), Zustandsindikatoren ("state") und Maßnahmenindikatoren (response"), zusammenfassend als PSR bezeichnet.

Indikatortyp Aussage Beispiel
Antriebsindikator(pressure) Welche Umweltbelastungen werden durch menschliche Aktivitäten verursacht? Stickstoffeinträge in Gewässer
Zustandsindikator(state) Beschreibung von Qualitäten, orientiert an Zielsetzungen (Grenzwerte, Sollzustände) Nitratgehalt im Grundwasser
Maßnahmenindikator(response, impact) Aktivitäten zur Problemlösung oder deren Erfolge (z.B. Erfüllungsgrad von Reduktionszielen) Flächenanteil des ökologischen Landbaus (Reduzierung von Stickstoffeinträgen)
(nach SCHUPP, Niedersächsisches Landesamt für Ökologie, 2002, verändert)

So typisiert sollen die Indikatoren insbesondere den Ansprüchen hinsichtlich Belastbarkeit, hoher Aussagekraft, Vermittelbarkeit, Allgemeingültigkeit, Übertragbarkeit, stark reduzierter Komplexität, Nachvollziehbarkeit (Messbarkeit) und Verfügbarkeit (vor dem Hintergrund der angespannten öffentlichen Haushaltslage möglichst ohne zusätzliche Datenerhebungen) genügen.

Von Ressort bezogenen Aktivitäten abgesehen, befassen sich auf Bund-Länder-Ebene derzeit drei Gremien mit Nachhaltigkeitsindikatoren im Bereich Umwelt und Ökologie:

  1. Umweltministerkonferenz (UMK)
  2. Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft "Nachhaltige Entwicklung" der Umweltministerien (BLAG NE)
  3. Länderinitiative "Kernindikatoren" (LIKI) der Landesämter/-anstalten für Umwelt

Die Länderinitiative "Kernindikatoren" (LIKI), eine Arbeitsgruppe der Landesämter/-anstalten, wurde Ende 2000 auf Initiative Sachsens gegründet. Ziel ist der Austausch über Herangehensweisen (Vereinheitlichung von Methoden), den Stand der Erarbeitung von Indikatoren sowie eventuelle fachliche Hindernisse im Rahmen der Erarbeitung von Umweltqualitätszielen und Umweltindikatoren. Rheinland-Pfalz ist in diesem Gremium durch unser Amt vertreten; betroffene Ressorts sind über das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten eingebunden. Bisher wurden Vorschläge für mehr als 20 Indikatoren erarbeitet, darunter 3 für den Bereich Naturschutz (Landschaftszerschneidung, Naturschutzflächen, Repräsentative Arten).

Ein inzwischen wieder aufgelöstes "Kernteam Indikatoren" der BLAG NE hat auf der Grundlage der Ergebnisse der LIKI die politisch-strategischen Vorentscheidungen getroffen und der BLAG NE einen Satz von Kernindikatoren vorgeschlagen. In dieser Arbeitsgruppe war Rheinland-Pfalz ebenfalls durch unser Amt vertreten.

Die so gewonnenen Vorschläge für Nachhaltigkeitsindikatoren wurden im Frühjahr 2004 durch die BLAG NE der  Umweltministerkonferenz zum Beschluss vorgelegt. 24 dieser Indikatorenvorschläge wurden von der UMK beschlossen und haben damit Eingang in die entsprechenden Länderaktivitäten gefunden.

Ihr Ansprechpartner: Gernot Erbes