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Startseite  >  Aufgaben  >  Naturschutz  >  Arten- und Biotopschutz  >  PAULa-Beratung/ Vertragsnaturschutz  >  Kennarten-Programme

Kennartenprogramme zur Grünlandförderung


  • Was sind Kennartenprogramme?
  • Ziele und Maßnahmen
  • Kennartenbestimmung und Förderfähigkeit
  • Ansprechpartner Kennartenprogramme


Was sind Kennartenprogramme?

Die Kennartenprogramme sind Bestandteil der PAULa-Vertragsnaturschutzprogramme im Grünland. Ziel ist, wie bei den konventionellen Grünlandprogrammen, der Erhalt und die weitere Entwicklung von artenreichen Wiesen und Weiden. Beim Kennartenprogramm wird jedoch der angestrebte Zustand anstelle von Nutzungsauflagen durch das Vorkommen von leicht zu bestimmenden Grünlandarten (Kennarten) erreicht.

Grünland-Kennarten, Foto: T. Weber Sumpf-Vergissmeinnicht; Foto: J. Tauchert Blutströpfchen; Foto: M.L. Hohmann

Die Förderung artenreicher Wiesen über Kennartenprogramme wurde zuerst im Bundesland Baden-Württemberg eingeführt - inzwischen auch in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern sowie seit 2007 hier in Rheinland-Pfalz. Von den Ländern wurden jeweils spezifische Kennarten-Auswahllisten und Methoden aufgrund der unterschiedlichen Landschaftsausstattung und klimatischen Verhältnisse entwickelt.

Rheinland-Pfalz unterscheidet zwei Programmteile:

  • Mähwiesen- und Weiden (GMWk) mit mind. 4 Kennarten(-gruppen) und
  • Artenreiches Grünland (GAk) mit mind. 8 Kennarten(-gruppen)

Weitere Informationen zu den Kennarten und zur Kartiermethodik finden Sie in der Broschüre und im Faltblatt „Kennarten“.



Ziele und Maßnahmen

Mittels der Kennartenprogramme sollen vorwiegend die bereits gut entwickelten Wiesen und Weiden mit einer relativ stabilen Artenausstattung gefördert werden. Entwicklungsflächen bzw. Wiesen, welche die notwendige Kennartenzahl nicht erreichen, können wie bisher über die maßnahmenorientierten Grünlandprogramme gefördert werden.

Artenreiche Wiese auf mittlerem Standort; Foto: R. Horn

Beim Kennartenprogramm gibt es im Gegensatz zu den konventionellen Programmteilen von PAULa nur wenige Vorgaben zur Bewirtschaftung. Dem Landwirt bleiben z.B. der Zeitpunkt sowie Art und Häufigkeit der Nutzung weitgehend frei überlassen – sofern die Flächen nicht dadurch verschlechtert werden! Die Voraussetzung bei den Kennartenprogrammen ist also, dass die Qualität der Fläche erhalten oder verbessert wird, was über einen jährlichen Nachweis der Kennarten dokumentiert wird. Sollten die Flächen bereits gut ausgeprägt und artenreich sein, empfiehlt es sich, die bisherige Bewirtschaftung auch beizubehalten.

Ein wesentlicher Vorteil für die Bewirtschafter ist somit, dass ohne feste Vorgaben (frühest- oder spätestmögliche Mahdtermine, Besatzdichten etc…) die Maßnahmen abhängig von den geeigneten Witterungsbedingungen und der Stärke des Aufwuchses stattfinden können. Es kann also z.B. im Gegensatz zu den maßnahmenorientierten Grünland-Programmen auch schon Ende Mai gemäht werden, „wenn das Gras hoch genug ist und gutes Wetter angesagt ist“.

Der Vorteil für den Naturschutz ist, dass auf eine flächenangepasste bewährte Nutzungsweise zurückgegriffen werden kann und der Erfolg direkt über die biotische Ausstattung bemessen wird. 



Kennartenbestimmung und Förderfähigkeit

Die Bestimmung der Kennarten erfolgt durch die Bewirtschafter selbst - erstmals im Rahmen des Antragsverfahrens und danach jährlich einmal bis zum Ende der Förderung. Aufgrund der eigenständigen Bestimmung der Arten kann die Förderfähigkeit der Flächen sowie die weitere Entwicklung der Fläche durch die Nutzer selbst in einem Erfassungsblatt eingeschätzt werden.

Die fachlichen Begutachtungen zur Förderfähigkeit finden nach Antragstellung durch die PAULa-Berater/innen und während der Förderperiode im Rahmen der üblichen stichprobenhaften INVEKOS-Kontrollen statt.

Kennartenerfassung, Foto: R. Horn

Auszug aus einem Erfassungsblatt



Ihre Ansprechpartner

  • Bei Fragen zur Antragstellung, Kennartenbestimmung und zu Info-Veranstaltungen in den Kreisen wenden Sie sich bitte an die zuständigen PAULa-Berater/innen
  • Für Fachfragen zu den Kennartenprogrammen wenden Sie sich bitte an Regina Horn

Downloads

Kennarten_Broschüre.pdf 
PAULa - Vertragsnaturschutz Grünland / Kennarten (Infobroschüre; Stand: April 2010; 2,8 MB)
Faltblatt_Kennarten.pdf 
Kennarten - PAULa- Vertragsnaturschutz Grünland (Faltblatt; Stand: Februar 2010; 0,6 MB)
Kennartenerfassung tabelle_A4.pdf 
Erfassungsbogen für Kennarten (Tabelle; Stand: Mai 2010; 0,1 MB)
Erfassungsblatt INVEKOS-Kontrolle Kennarten.pdf 
Fachkontrolle Kennartenprogramme (Stand: Juli 2010)
Bestimmungszeiträume Kennarten.pdf 
Geeignete Bestimmungszeiträume für Kennarten bei einschüriger Mahd (Infoblatt; Stand: Juli 2011; 0,2 MB)

PAULa-Grundsätze

Die PAULa-Grundsätze für das Kennartenprogramm können als pdf-Datei von der Homepage "www.pflanzenbau.rlp.de" heruntergeladen werden.