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Artenschutzprojekte

Artenschutzprojekte (ASP) liefern Grundlagen zum Schutz besonders gefährdeter Arten. Sie leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Biodiversität.

In Rheinland-Pfalz findet sich derzeit das bedeutendste deutsche Wildkatzenvorkommen.
Zielarten des Artenschutzes sind u.a. solche, denen Leitartenfunktion zukommt, die erkennbar gefährdet sind und/oder im Fokus internationaler Verpflichtungen stehen. Artenschutz lässt sich insbesondere dann effektiv umsetzen, wenn einerseits die Schutzproblematik und andererseits dessen Zielarten als Sympathieträger wahrgenommen werden. Aufbau oder Nutzung vorhandener Instrumentarien in Kooperation mit Dritten und in Verbindung mit Öffentlichkeitsarbeit bilden neben behördlichem Handeln die Eckpfeiler erfolgreichen Wirkens. Dazu werden im Vorfeld zunächst die Bestände der Spezies analysiert, die Kenntnisse über die Lebensraumansprüche sowie Gefährdungsursachen ermittelt sowie Vorschläge für Maßnahmen zur Bestandsstützung entwickelt.

Die bisherigen und laufenden Artenschutzprojekte sind in der folgenden  Tabelle aufgeführt.

Säugetiere              Vögel
Feldhamster Störche (2 Arten)
Luchs Haselhuhn
Wildkatze Wiedehopf
Biber
Otter
Fledermäuse (20 Arten)
Amphibien Reptilien
Gelbbauchunke Westliche Smaragdeidechse
Auenamphibien (4 Arten) Würfelnatter
Fische Insekten
Kleinfischarten (3 Arten) Apollofalter
Hochmoor-Perlmutterfalter
Segelfalter
Heuschrecken (3 Arten)
Gekielte Smaragdlibelle
Schwarzgefleckter Ameisenbläuling
Zarte Rubinjungfer
Weichtiere Krebstiere
Flussperlmuschel Blattfußkrebse (6 Arten)
Weichtierarten (4 Arten)
  
Pflanzen Lebensraumtypbe-
zogene Arten
Zwergkirsche Stromtalwiesen (19 Arten)
Farne (3 Arten) Geophyten der Weinberge (12 Arten)
Schwimmfarn Borstgrasrasen (13 Arten)
Seidelbaste (2 Arten) Moore und Moorheiden (20 Arten)
Trollblume Grünland-Leitarten (6 Arten)
Fadenbinse
Wassernuss
Türkenbund
Glanz-Wolfsmilch
Ästige Mondraute

Sonstige Projekte:

Schutz, Bestimmung und Erfassung der Flusskrebse in Rheinland-Pfalz

Steinkrebs (Austropotamobius torrentium)

Flusskrebse haben bereits vor mehr als 250 Millionen Jahren die Erde besiedelt. Somit gehören sie zu den ältesten Tierarten. Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts lebten Flusskrebse in unseren Flüssen, Bächen und Seen in heute unvorstellbar großen Mengen.

Wegen ihres Wohlgeschmacks und dem geringen Fangaufwand waren Krebse sehr begehrte Handelsobjekte. Viele Gewässer- und Ortsnamen zeugen noch heute von den ehemals weit verbreiteten und kulinarisch geschätzten Tieren. Ihr ehemals riesiges Vorkommen ist in den letzten 130 Jahren - zumindest was die heimischen Arten anbelangt – in Mitteleuropa fast erloschen.

Mit der Einschleppung amerikanischer Krebse gelangte zusätzlich eine für die ortsansässigen Krebse tödlich verlaufende Infektionskrankheit nach Europa. Amerikanische Krebse haben einen Schutzmechanismus gegen eindringliche Pilzsporen entwickelt; sie können daher den Erreger der Krankheit in sich tragen, aber selbst nicht erkranken.

Die 20-seitige Broschüre "Flusskrebse in Rheinland-Pfalz" informiert über

  • die Möglichkeiten zum Schutz einheimischer Krebse
  • das Fangverbot von Edel- und Steinkrebsen
  • zu beachtende Rechtsvorschriften, beispielsweise das Bundesnaturschutzgesetz,
  • die wesentlichen Merkmale zur Bestimmung der Krebse.

Ein in der Broschüre enthaltener Bestimmungsschlüssel ermöglicht es, die verschiedenen Arten zu erkennen und zu unterscheiden. Daneben soll ein  Meldebogen weitere Rückschlüsse über die Verbreitung von Flusskrebsen in Rheinland-Pfalz geben.

Ihr Ansprechpartner zu Flusskrebsen: Herbert Kiewitz

Ihre Ansprechpartner zu Artenschutzprojekten: Ludwig Simon und Herbert Kiewitz