Bauabfälle
Bauabfälle stellen in Rheinland-Pfalz wie auch im gesamten Bundesgebiet den größten Teil des gesamten Abfallaufkommens dar. Bundesweit fallen pro Bürger jedes Jahr mehr als 1,6 Tonnen Bodenaushub und 0,6 Tonnen Bauschutt zur Entsorgung an. Die Reduzierung bzw. Verwertung von Bauabfällen ist daher wichtiges Ziel einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft.Im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz (MUFV; seit: 18. Mai 2011: Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten) wurde von der Projektgruppe Stoffstrommanagement im Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht (LUWG) der Leitfaden Bauabfälle Rheinland-Pfalz erstellt, der alle wesentlichen Regelungen und Veröffentlichungen enthält, die in Rheinland-Pfalz im Bereich der Abfallentsorgung maßgeblich sind.
Im Allgemeinen ist die Kenntnis der Stoffflüsse mineralischer Bauabfälle eher gering. Daher wurde anhand von zwei Modellregionen, dem Koblenzer Raum und dem Ballungsraum um Ludwigshafen, versucht, einen guten und belastbaren Überblick über die Stoffströme mineralischer Bauabfälle in diesen Regionen zu bekommen. Bestehende Defizite, insbesondere bzgl. einer mengenmäßig hohen und qualitativ hochwertigen Verwertung der mineralischen Abfälle, wurden ermittelt und Lösungsstrategien erarbeitet. Die im Rahmen der Studie
Stoffstrommanagement Bauabfall gewonnenen Erkenntnisse bieten eine wichtige Grundlage zu einem lösungsorientierten Stoffstrommanagement. Die Studie steht zum kostenlosen Download zur Verfügung.
Zum Thema "Stoffstrommanagement mineralischer Bauabfälle - Impulse für Rheinland-Pfalz" fand am 4. Oktober 2010 im Mainzer Rathaus eine Tagesveranstaltung statt, eine gemeinsame Initiative vom Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht, dem Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz (MUFV) sowie dem Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH (ifeu). Die Tagung gliederte sich in drei Themenblöcke und richtete sich an die Fachöffentlichkeit.
Aktuelle Informationen zu den Bauabfallaufbereitungsanlagen in Rheinland-Pfalz finden Sie in der „Übersicht der Bauabfallaufbereitungsanlagen“, Stand: September 2010, die auch Bestandteil des Leitfadens Bauabfälle ist. Desweiteren besteht das Angebot einer internetbasierten Boden- und Bauschuttbörse, mit der die stoffliche Verwertung von Bauabfällen gefördert werden soll.
Für den speziellen Bereich der Straßenbauabfälle wurde 2002 unter der Obmannschaft des LUWG ein Arbeitskreis gegründet, dem Mitarbeiter rheinland-pfälzischer Umwelt- und Straßenbaubehörden angehören. Hier finden Sie Veröffentlichungen sowie weitere Informationen zum Arbeitskreis.
Um die Verwendung von Recycling (RC)-Baustoffen im Straßen- und Wegebau gerade durch den öffentlichen Dienst, der ja eine Vorbildfunktion innehat, voranzubringen, wurden 2010 vier Fachgespräche in verschiedenen Regionen des Landes Rheinland-Pfalz durchgeführt, bei denen über die Herstellung, Güteüberwachung und Verwendung von RC-Baustoffen informiert wurde und Gelegenheit bestand, sich unter Kollegen über die Praxis auszutauschen. Auf der Seite „Recycling-Baustoffe im Straßen- und Wegebau“ erhalten Sie detaillierte Informationen und können sich die Vorträge der Referenten herunterladen.
Wichtige Regelungen für den Bauabfallbereich enthalten auch die ALEX-Informationsblätter 24, 25, 26 und 27. Sie regeln die Anforderungen an die Verwertung von Boden und Bauschutt in Rheinland-Pfalz außerhalb von Deponien und wurden 2007 bzw. 2010 veröffentlicht. Adressaten sind in erster Linie die Mitarbeiter/innen der Bodenschutzbehörden sowie Fachgutachter. Die Infoblätter stehen nachfolgend kostenlos zum Download bereit:
Anforderungen des § 12 BBodSchV an die Herstellung einer durchwurzelbaren Bodenschicht (DB) (ALEX-Infoblatt 24; Stand: Juli 2007; 0,4 MB)
Anforderungen an das Verfüllmaterial unterhalb einer durchwurzelbaren Bodenschicht bei bodenähnlichen Anwendungen (ALEX-Infoblatt 25; Stand: Juli 2007; 0,6 MB)
Anforderungen an die Verwertung von Boden und Bauschutt bei technischen Bauwerken (ALEX-Infoblatt 26; Stand: Juli 2007; 0,6 MB)
Zusätzliche Anforderungen an das Auf- und Einbringen von Materialien in Gebieten mit naturbedingt (geogen) erhöhten Hintergrundwerten (ALEX-Infoblatt 27; Stand: Juni 2010; 1 MB)
Die Sonderabfall-Management-Gesellschaft Rheinland-Pfalz mbH (SAM) hat für verschiedene Branchen Praxisinfos herausgegeben, darunter den Band 7 „Vermeidung, Verminderung und Verwertung von Sonderabfällen im Bauhandwerk (Hoch- und Tiefbau)“, der im Januar 2004 erschienen ist. Er ist insbesondere für Maurer, Betonbauer und Straßenbauer gedacht.


