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Blick auf Mainz vom Wiesbadener Rheinufer
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26.07.2012 | Fluglärmmesstation Mainz-Laubenheim

Großes öffentliches Interesse bei Inbetriebnahme

"Diese Messstation ist ein weiterer Mosaikstein, um ein Gesamtbild über die Lärmbelastung einer so großen Anlage wie den Frankfurter Flughafen zu erhalten." erläutert Dr. Hill anlässlich der Inbetriebnahme der dritten Messstation des Landes zur Ermittlung von Fluglärm. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Medienvertreter folgten trotz hochsommerlicher Temperaturen der Einladung des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten, um sich umfassend über die Messtechnik sowie die geplanten Maßnahmen gegen Lärm zu informieren.

Das Landesamt steht für Fachfragen nach der offiziellen Pressekonferenz zur Verfügung
Umwelt-Staatssekretär Dr. Thomas Griese machte klar, dass die Station der Kontrolle der Angaben des Flughafenbetreibers dient: "Ob die Berechnung mit der Realität übereinstimmt wissen wir nicht. Wir setzen Messstationen ein, um zu überprüfen, ob die statistischen Angaben auch korrekt sind." Ein Grund für die Abweichungen von Theorie und Praxis ist das Recht der Piloten in Rücksprache mit der Flugsicherung bis zu 1,8 Kilometern von den vorgegeben Routen abweichen zu dürfen. Offensichtlich machten am Tag der offiziellen Einweihung viele Gebrauch davon, denn gerade einmal fünf Flugzeuge überquerten während der einstündigen Veranstaltung den Mainzer Vorort. Möglicherweise ist das bereits ein positives Resultat der Überwachungsstrategie: "Messungen sind erzieherische Maßnahmen. Wir wissen, dass sich das Verhalten im Straßenverkehr alleine durch die Messung der Geschwindigkeit ändert." Neben dem Fluglärm stellt auch der Bahnlärm an vielen Orten in der Umgebung ein Problem dar. Der Staatssekretär machte klar, dass das Land Rheinland-Pfalz nicht nur die Zahl der Messungen erhöht hat, sondern künftig verstärkt auf aktive Lärmschutzmaßnahmen setzt. Hier steht die Ursachenbekämpfung im Vordergrund; mögliche Lärmquellen sollen durch technische Verbesserungen beseitigt oder deutlich reduziert werden. Solide Messdaten bilden jedoch die Grundlage, um solche Maßnahmen auch politisch durchsetzen zu können.

Die selbst in Laubenheim wohnende Umweltdezernentin der Stadt Mainz Katrin Eder betonte, dass das geringe Flugzeugaufkommen eine Ausnahme darstelle und an manchen Tagen etwa 500 Flugzeuge über Laubenheim hinwegzögen. Irmgard Beck, die Koordinatorin der Bürgerinitiative Fluglärm verdeutlichte plastisch das Ausmaß vom großen Luftverkehrsaufkommen. Würde man alle Flugzeuge hintereinander aufreihen, ergäbe es bei 500 Überflügen eine Länge von 20 Kilometern. Für Frau Beck stellt aber nicht nur der Fluglärm eine Belastung dar: "Auch die Schadstoffe im Nanobereich sind ein Problem, da sie direkt ins Blut gehen." Das Messinstitut des Landesamtes für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht (LUWG) betreibt ein Netz an Umgebungsmessstationen, welche einzelne Schadstoffe permanent ermittelt und auf der Seite www.luft-rlp.de veröffentlicht. Hauptziel der Stationen ist die Ermittlung der Belastung durch Straßenverkehr, aber natürlich werden auch Inhaltsstoffe von Flugzeugbenzin durch die Stationen festgestellt.

Präsident des Landesamtes Dr. Stefan HillStaatssekretär Dr. Thomas GrieseStaatssektretär Dr. Thomas GrieseUmweltdezernentin der Stadt Mainz Katrin EderDer Kameramann filmt für die AbendnachrichtenTrotz großer Hitze verweilten die BesucherZahlreiche Anwohner sowie Medienverteter nutzen die Gelegenheit sich zu informierenClaus Scholz von der Stadtverwaltung Mainz (links) im Gespräch mit Präsident Dr. Stefan Hill