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Blick auf Mainz vom Wiesbadener Rheinufer
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Planungsgrundlagen - neue Möglichkeiten für die Naturschutzpraxis

Pka/Frs. Rund 150 Naturschutzinteressierte informierten sich am 11. November 2009 im Mainzer Landesmuseum im Rahmen der 3. Mainzer Arbeitstage des Landesamtes für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht über die neuen Datenpools und deren Zugriffsmöglichkeiten im Naturschutz. In vier informativen Fachvorträgen wurden die Möglichkeiten der "digitalisierten Naturschutzwelt des Landesamtes" erläutert.

Dr. Walter Berberich, Dr. Peter Wahl, Ludwig Simon und Claudia Röter-Flechtner, die Referenten des Landesamtes bei den 3. Mainzer Arbeitstagen
Der Präsident des Landesamtes, Dr. Stefan Hill, hob in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung der „Mainzer Arbeitstage“ heraus, die in langjähriger Tradition aus den „Oppenheimer Arbeitstagen“ entstanden sind und nun in Mainz ihre Fortführung in einer neuen fachthematischen Reihe erleben. Dabei waren die ersten beiden Veranstaltungen mit den Themen „Wasserwirtschaft und Klimawandel“ sowie die neue „EG-Hochwasserrisiko-Managementrichtlinie“ der Wasserwirtschaft gewidmet.

Mit dem Datenmanagement im Bereich der „Arten“ sowie einer weiteren Grundlagenerhebung des Landesamtes, nämlich der "Heutigen potentiellen natürlichen Vegetation Rheinland-Pfalz (HpnV)" konnten beim „3. Mainzer Arbeitstag“ zwei Themen des Naturschutzes präsentiert werden. Erschienen waren Vertreter des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums, des Wirtschaftsministeriums, der Struktur- und Genehmigungsdirektionen des Landes, vom Landesforsten, der Kreisverwaltungen, von Städten und Gemeinden und weiteren Behörden, ebenso auch von Umwelt- und Naturschutzverbänden, der Landwirtschaftskammer, von den Industrieverbänden, der Bundeswehr sowie den US-Streitkräften, der Hochschulen und von Planungsbüros.

Die Teilnehmer erhielten durch die Sachvorträge aktuelle Informationen und weitere Unterstützung für ihre praktische Arbeit. Im Anschluss an die vier Themenblöcke wurde jeweils genügend Raum eingeräumt um gezielt die „Neuen Medien“ und ihren Umgang zu hinterfragen. Mit Frau Röter-Flechtner, Herrn Dr. Wahl, Herrn Simon und Herrn Dr. Berberich kamen die Referenten dabei ausnahmslos aus dem Landesamt.

Fachgespräche während der Vortragspause„Das Landesamt wird immer öfter und mit kürzeren Auskunftsfristen bei Artenschutzfragen und bei der Interpretation von Artendaten zur Beratung in Vollzugsaufgaben einbezogen. Dazu bedarf es moderner Verwaltungsinstrumente, wie zum Beispiel die Einrichtung der 'Hotline Biodiversität' seit 1. November 2009 in der Abteilung 4“, betonte Dr. Hill in seiner Begrüßungsrede. Mit dieser personellen und organisatorischen Maßnahme im Landesamt wolle man den Anspruch verdeutlichen, verstärkt als Dienstleister, insbesondere für das Umweltministerium, die Struktur- und Genehmigungsdirektionen, Kreis- und Stadtverwaltungen aber auch für andere Institutionen zu fungieren.

Das Landesamt sei darum bemüht, sich als Kompetenzstelle für zahlreiche Themen innerhalb des Umweltressorts weiter zu entwickeln. Nur beispielhaft sei die Kompetenzstelle für Hochwasserschutz, für Gewässerschutz, für Stoffstrommanagement, für Abfallwirtschaft und Bodenschutz,  Messinstitut und Wasserlabor, für Emissionshandel, für Klimaschutz und Klimafolgen und schließlich für die Fragen des Naturschutzes zu nennen, führte Präsident Dr. Hill weiter aus.

Tagungsbesucher des 3. Mainzer ArbeitstagesDie „3. Mainzer Arbeitstage“ lassen sich wie folgt zusammenfassen: Die Neuerungen im Artenschutzrecht stellen Pflanzen und Tiere verstärkt in den Fokus der Betrachtung. Daher ist es notwendig, die Kenntnisse über eine Vielzahl von Arten systematisch und übersichtlich zu bündeln und allgemein verfügbar zu machen. Das neue webbasierte Informationssystem „ARTeFAKT – Arten und Fakten“ bietet für Arten aus Rheinland-Pfalz, die besonderen rechtlichen Vorschriften unterliegen, einerseits allgemeine Informationen und andererseits Angaben zur Verbreitung im Land. Diese werden für den Zugriff im Internet aufbereitet und auf Basis der Topografischen Karte im Maßstab 1:25.000 (TK 25) dargestellt.

Die Karte der Heutigen potentiellen natürlichen Vegetation (HpnV) beschreibt, welche Pflanzengesellschaften sich ohne menschlichen Einfluss natürlicherweise einstellen würden. Sie stellt eine wichtige Datengrundlage für den Naturschutz dar. Die HpnV wird vor allem zur Beurteilung der Entwicklungsmöglichkeiten auf der Fläche herangezogen.